//Presseinformation// Ulm, 3.4.2007 ===Am Datenschutz nicht sparen=== "Wer als Unternehmensverantwortlicher an der Qualität des Datenschutzes spart, spart regelmäßig an der falschen Stelle", zog Alexander Dix in seiner Keynote zum Thema "Was ist guter Datenschutz wert?" Resümee. Der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit eröffnete den Workshop "Datenschutz zu Dumpingpreisen - clever oder unseriös?" mit der Feststellung, dass bei Verstößen gegen das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) letztlich die Geschäftsleitung haftet - und das in Form von Bußgeldern von bis zu 250.000 Euro bzw. mit Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren. Entsprechende Maßnahmen seien also dringend zu empfehlen. Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. lud am 23. März Datenschutz-Fachleute aus allen Branchen nach Potsdam, um sich anhand von Kurzvorträgen, Fachbeiträgen und Diskussionen im Bezug auf Dumpingangebote auszutauschen. Die Vielzahl von Anbietern für externe Datenschutz-Dienste erschwert den Unternehmen und Behörden zunehmend die Auswahl der individuell passenden Dienstleistung. Dabei sei nicht allein der Preis maßgeblich für ausreichende Qualität: Verfügbarkeit und fachlich-interdisziplinäre Kompetenz des Anbieters seien wichtige Anforderungen, für die letzlich die datenverarbeitende Stelle haftet, betonte Roland Schäfer, Fachkraft für Datenschutz aus Frankfurt und Vorstandsmitglied im DVD. Rolf Breidenbach vom Ministerium des Inneren Brandenburg, der Aufsichtsbehörde für den nichtöffentlichen Bereich, wies insbesondere darauf hin, dass Vertragslaufzeiten für externe Datenschutzbeauftragte mindestens drei Jahre umfassen sollten, da eine Umsetzung der gesetzlichen Grundplichten, die seit 1976 gelten, kaum in kürzerer Zeit vernünftig realisiert werden könnten. Eine langfristige Bindung entspricht der Natur des Datenschutzbeauftragten umso mehr, als dieser nicht nur auf kurz- und mittelfristige Maßnahmen hinzuwirken hat, sondern vor allem die Personendaten verarbeitende Stelle ständig beraten und in ihrer Entwicklung unterstützen soll. Werden zu kurze Vertragszeiten in Kauf genommen, ist davon auszugehen, dass der DSB seine Aufgaben nicht alle oder nicht vollständig sorgfältig erledigen kann und damit die Rechtssicherheit nicht gewährleistet wird. Auf der Veranstaltung wurde deutlich, dass gegen die meisten „Datenschutz-Schnäppchen-Angebote“ rechtlich nur schwer vorgegangen werden kann. Auch von Seiten der Politik seien in der gegenwärtigen Situation keine Wunder zu erwarten. Das bestätigt den BvD in seinem Kurs, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen: Der Berufsverband entwickelt bereits ein Modell des gesetzeskonformen Berufsbildes des Datenschutzbeauftragten. Damit wird der längst überfällige Maßstab geschaffen, der künftig als Orientierungshilfe bei der Auswahl geeigneter Partner in Sachen Datenschutz ebenso wie als Basis für die öffentliche Diskussion dienen soll. In einer Folgeveranstaltung am 21.September in Ulm wird die aktuelle Entwicklung des Berufsbildes im Mittelpunkt stehen. Die abschließende Podiumsdiskussion verdeutlichte die Bedeutung einer vernünftigen und transparenten Preisgestaltung im Bezug zu den angebotenen Leistungen nach BDSG. Allen Stellen, die zum Datenschutz verpflichtet sind, müsse die Auswahl des für ihre spezifischen Anforderungen optimalen Dienstleisters erleichtert werden. Ein Qualitätskriterium, das im nächsten Jahr exklusiv den im Berufsverband organisierten Dienstleistern zur Verfügung stehen wird, ist eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung zielführender Normen bezüglich Qualifizierung, Qualität, Leistungsumfang und Leistungstransparenz. Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. mit mehr als 400 Mitgliedern hat seinen Sitz in Ulm. Weitere Informationen zum Verband erhalten Sie durch die BvD-Geschäftsstelle, Telefon (02043) 40 13 577 sowie auf der Internetseite http://www.bvdnet.de. Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V.\\ Geschäftsstelle Gladbeck\\ Hegemannsweg 32\\ 45966 Gladbeck\\ Telefon (02043) 40 13 577\\ Telefax (02043) 29 56 02\\ BvD-Geschaeftsstelle@bvdnet.de\\ http://www.bvdnet.de\\