Mitglieder-Login

Presseinformation

Berlin, 09.09.2009

Verpasste Chance: Last-Minute-Angebot zum Arbeitnehmerdatenschutz

Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. begrüßt die späte Einsicht des Bundesarbeitsministeriums, Datenschutzfragen im Beschäftigungsverhältnis in einem neuen Arbeitnehmerdatenschutzgesetz klären zu wollen. Leider gehen nach Meinung der Experten viele Ansätze in die falsche Richtung. Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung lässt an der Ernsthaftigkeit zweifeln.

Der BvD verfolgt die Entwicklung des Beschäftigtendatenschutzes besonders sorgfältig, hatte doch sein Arbeitskreis „Datenschutz in Recht und Praxis“ bereits im März 2008 einen viel beachteten Entwurf für ein „Gesetz zum Schutz der Persönlichkeitsrechte im Arbeitsverhältnis (GSPA)“ vorgelegt. Das Interesse von Öffentlichkeit und Medien im Sog der Skandale um Lidl & Co. hatte das Thema wiederholt auf die Tagesordnung des Gesetzgebers geschoben, aber letztendlich nicht zu zählbaren Ergebnissen geführt.

Im überraschend vorgelegten Entwurf finden sich begrüßenswerte Konkretisierungen zur Videoüberwachung oder zur Verwendung von Gesundheitsdaten über Beschäftigte. Erstmalig wird die Verwendung von biometrischen Daten gesetzlich geregelt; hier bestehen bisher große Unsicherheiten in der Praxis. Auch die Erweiterung der Informationsrechte der Beschäftigten über die von ihnen verwendeten Daten ist hilfreich und praktikabel.

Der Gesetzentwurf verfolgt aber auch bedenkliche Tendenzen, die der Berufsverband kritisch sieht:

Leider erscheint dieser Gesetzesentwurf zu einem Zeitpunkt am Ende der Legislaturperiode, an dem keinerlei Aussichten auf eine parlamentarische Umsetzung vorhanden sind. Wir appellieren an die Politik, Datenschutzfragen nur sachgerecht und nicht populistisch zu lösen.


Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. hat seinen Sitz in Berlin. Seine ca. 540 Mitglieder sind als interne oder externe Datenschutzbeauftragte in mehr als 2500 Unternehmen und Behörden bestellt.
Weitere Informationen erhalten Sie in der Geschäftsstelle:

Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e. V.
Budapester Straße 31
10787 Berlin

Internet: http://www.bvdnet.de
E-Mail: bvd-geschaeftsstelle@bvdnet.de

Telefon: (030) 21964397
Telefax : (030) 21964392