Editorial

Liebe Mitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die diesjährige BvD-Herbstkonferenz und der anschließende Behördentag haben erneut gezeigt, wie entscheidend der Austausch und die Vernetzung innerhalb der Datenschutz-Community sind. Der Titel der Konferenz „Regularien-Tsunami: Mit Sicherheit den Durchblick behalten“ könnte dabei passender nicht sein. Die Referentinnen und Referenten der BvD-Herbstkonferenz – die ihre Vorträge vielfach wieder für diese News-Ausgabe verschriftlicht haben – thematisierten die Herausforderungen und Chancen unseres Berufsstandes in einer Welt, die zunehmend von digitalen Prozessen und künstlicher Intelligenz geprägt ist. Die Welt des Datenschutzes ist einem ständigen Wandel unterworfen, und nur wer auf dem neuesten Stand bleibt, kann die komplexen Anforderungen unserer Zeit souverän meistern.

Nicht nur mit technologischen, auch mit politischen Umbrüchen sieht sich unser Berufsstand konfrontiert. Mit dem Ende der Ampel-Koalition und den anstehenden Neuwahlen stehen die Zeichen auf einen Regierungswechsel, bei dem eine sehr wahrscheinlich neu zusammengesetzte Bundesregierung die politischen Geschicke unseres Landes leiten wird. Diese Veränderung wird, so viel scheint sicher, ein vorläufiges Ende der aktuellen „Wachstumsinitiative“ mit sich bringen. Die bisherige Diskussion um Bürokratieabbau, die sich auf die Anhebung der Schwelle zur Benennung eines Datenschutzbeauftragten konzentrierte, rückt damit wohl vorerst in den Hintergrund. Uns allen ist jedoch klar: Dies bedeutet keine Entwarnung, sondern vielmehr das Aufziehen noch größerer Bedrohungen.

Daher bleibt der BvD als Stimme der Datenschutzbeauftragten in Deutschland mehr denn je gefordert. Die neue Bundesregierung wird andere Prioritäten setzen und es ist davon auszugehen, dass der Druck auf den Datenschutz und unsere Berufsausübung bestehen bleibt, wenn nicht sogar wächst. Ein Ziel unseres Verbandes wird es daher sein, sich weiterhin für die Anerkennung der Datenschutzbeauftragten als Partner moderner Unternehmensführung und effizienter öffentlicher Verwaltung einzusetzen – und als Lösung des Bürokratieproblems, nicht dessen Ursache.

Im Zusammenhang mit der Diskussion über die „Wachstumsinitiative“ wurde (wieder einmal) deutlich, dass die Rolle der Datenschutzbeauftragten häufig missverstanden wird. Es scheint, als werde noch immer verkannt, dass sämtliche Daten schutzanforderungen bestehen bleiben, egal, ob ein Datenschutzbeauftragter benannt ist oder nicht. Qualifizierte Datenschutzbeauftragte schaffen hier echten Mehrwert: Durch fundierte Beratung helfen sie Verantwortlichen, Datenschutz effizient in bestehende Prozesse zu integrieren, was letztlich unnötige Bürokratie reduziert. Sie beraten beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder beim Outsourcing an Dienstleister außerhalb der EU und bieten so Sicherheit und Orientierung in hochkomplexen Themenfeldern.

Genau diese Kompetenz unserer Mitglieder gilt es zu stärken und sichtbar zu machen. Der BvD hat bereits vor einigen Jahren damit begonnen, einen regelmäßigen Dialog mit Politik und Verbänden zu führen und einen Katalog von Maßnahmen erarbeitet, um die Bedeutung der Datenschutzbeauftragten im politischen Dialog noch klarer zu kommunizieren. Hier haben sich immer wieder auch zahlreiche Mitglieder mit ihren Ideen beteiligt. Die anstehenden Herausforderungen verlangen es, dass wir unser Fachwissen und unsere Expertise permanent selbstbewusst in die öffentliche Debatte einbringen.

Lassen Sie uns gemeinsam für ein vorwärtsgewandtes Verständnis des Datenschutzes als Innovationstreiber und als Lösung für bürokratische Hürden eintreten.

Ihr

Thomas Spaeing

Vorstandsvorsitzender BvD e.V.

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