Datenschutz Medienpreis 2025

Neunte DAME-Preisverleihung in Berlin

Der Datenschutz Medienpreis DAME 2025 zeichnet in diesem Jahr Beiträge aus, die zeigen, wie eng Datenschutz, digitale Sicherheit und unser Alltag miteinander verknüpft sind. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie Künstliche Intelligenz, Identitätsdiebstahl, Cookies und digitale Überwachung.

Die Moderatorinnen Regina Mühlich (außen links) und Maria Christina Rost (außen rechts) mit allen Gewinnern auf der Bühne. Foto © FOTOGRAFIE VON ENGELS

Den Hauptpreis erhielt der KI-Podcast der ARD mit Fritz Espenlaub, Marie Kilg und Gregor Schmalzried für die Folge „Wie sicher sind meine KI-Chats“. Die Jury lobte insbesondere, dass der Podcast ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema verständlich und nahbar aufgreift. Die Episode sensibilisiere dafür, welche Daten Nutzerinnen und Nutzer im Umgang mit Künstlicher Intelligenz preisgeben und wie diese Informationen weiterverarbeitet werden können. Der Hauptpreis wird mit 3.000 Euro dotiert.

Video © Zeitgenossen GmbH, Lisa Wilhelm

Der zweite Preis, verbunden mit 1.500 Euro, ging an die SWR-Dokumentation „Achtung Fälscher! Auf der Spur von Ausweis-Betrügern.“ Autor Claus Hanischdörfer beleuchtet darin mehrere Fälle von Identitäts- und Dokumentenfälschung, die für die Betroffenen teils gravierende finanzielle und persönliche Folgen hatten. Gleichzeitig begleitet der Film Ermittlerinnen und Ermittler bei einem Einsatz gegen eine Fälscherwerkstatt in Litauen. Die Jury hob hervor, dass die Dokumentation eindrucksvoll die Auswirkungen von Identitätsdiebstahl aufzeige und zugleich die wirtschaftliche Dimension solcher Straftaten beleuchte. Kritisch merkte sie zudem an, dass viele Unternehmen inzwischen Verfahren zur Identitätsprüfung per Kamera und Ausweis etabliert hätten, wodurch Verbraucherinnen und Verbraucher diese Praxis zunehmend als selbstverständlich wahrnähmen.

Video © Zeitgenossen GmbH, Lisa Wilhelm

Mit dem Jugendpreis wurden in diesem Jahr drei Schüler des Städtischen Gymnasiums in Ochtrup ausgezeichnet. Philipp Berning, Mikko Emil Denecke und Moritz Tietmeyer zeigten Gleichaltrigen, welche Konsequenzen ein gleichgültiger Umgang mit Cookies und Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Computerspielen haben können. In ihrem Setting in „Minecraft“ geraten die Figuren HMDP2025 und FishBrick 4811 in Schwierigkeiten, nachdem sie Cookies und AGB unüberlegt akzeptiert haben. Die Jury zeigte sich besonders beeindruckt von der kreativen und zielgruppengerechten Umsetzung. Die Botschaft erreiche junge Menschen genau dort, wo sie digitalen Risiken begegnen – direkt am Bildschirm.

Video © Zeitgenossen GmbH, Lisa Wilhelm

Der Sonderpreis Print des Deutschen Spendenrats ging an den Rechercheartikel „Vom Partner verwanzt“ von netzpolitik.org. Die Autoren Martin Schwarzbeck und Chris Köver analysierten geleakte Datensätze eines Unternehmens für Spionagesoftware und deckten dabei auf, dass solche Programme häufig genutzt werden, um Partnerinnen heimlich zu überwachen. Für die Jury macht der Beitrag deutlich, dass Datenschutz nicht erst im öffentlichen Raum beginnt, sondern auch innerhalb von Beziehungen und Familien eine wichtige Rolle spielt. Der Artikel zeige eindringlich, wie digitale Überwachung selbst im engsten privaten Umfeld stattfinden kann.

Video © Zeitgenossen GmbH, Lisa Wilhelm

Über den Datenschutz Medienpreis

Der Datenschutz Medienpreis wurde 2017 vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. initiiert und wird seit 2020 von der gemeinnützigen GmbH privacy4people fortgeführt. Der Deutsche Spendenrat stiftet den Sonderpreis-Print. Kooperationspartner ist die EU-Initiative klicksafe.

Die DAME-Jury 2025:

Maria Christina Rost, Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt
Frederick Richter, Vorstand Stiftung Datenschutz
Barbara Thiel, Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen a. D.
Heike Troue, Vorständin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Lars Kolan, Geschäftsstellenleiter Deutscher Spendenrat
Stefanie Rack, Päd. Referentin klicksafe, Medienanstalt Rheinland-Pfalz
Eric Hohenadel, klicksafe-Jugendjuror
Dr. Christoph Bausewein, Vorstandsmitglied des BvD und Geschäftsführer von privacy4people

Impressionen

Foto © FOTOGRAFIE VON ENGELS

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