Die 18. BvD-Verbandstage fanden vom 5. bis 6. Mai 2026 in Berlin unter dem Motto „Datenschutz zukunftssicher! Datenschutz und Informationsfreiheit als Fundament der digitalen Transformation“ statt. Der etablierte Datenschutz-Kongress im deutschsprachigen Raum bringt jährlich Expert:innen aus Politik, Wirtschaft und Recht zusammen. Neben dem fachlichen Austausch zu aktuellen Entwicklungen im Datenschutz steht insbesondere die Vernetzung der Datenschutz-Community im Mittelpunkt.
Im Rahmen der Verbandstage wurde zum dritten Mal auch der internationale Kongress des Dachverbands European Federation of Data Protection Officers (EFDPO) ausgerichtet, zu dessen Gründungsmitgliedern der BvD gehört. Zwei Tage lang diskutierten interne und externe Datenschutzbeauftragte im Leonardo Royal Hotel Berlin über aktuelle Herausforderungen der digitalen Transformation. In parallel stattfindenden Vortragsslots informierten sich die Teilnehmenden unter anderem über moderne Cyberattacken, Strategien beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Bewältigung von IT-Cybersicherheitsrisiken sowie die Rolle des Datenschutzbeauftragten als Datenschutzauditor.
Zum Abschluss der Verbandstage standen insbesondere Fragen der digitalen Souveränität sowie Praxisfälle aus den Aufsichtsbehörden im Fokus. Diskutiert wurden Themen wie Datenschutz bei KI, die Sicherheit Kritischer Infrastrukturen, der Digital-Omnibus der EU sowie die Auswirkungen der Sicherheitsrichtlinien NIS2 und DORA. In der Schlussrunde plädierten die Landesbeauftragte für Datenschutz Schleswig-Holstein, Marit Hansen, und Hans-Herrmann Schild, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kassel und Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Wiesbaden i.R., für eine Digitalisierung der Verwaltung ohne Digitalzwang. Deutschland dürfe sich nicht vollständig von digitalen Strukturen abhängig machen, betonte Schild: „Man muss im Zweifelsfall, wenn der Strom ausfällt, noch beschlussfähig sein.“
Zugleich berichteten die Datenschutzaufsichtsbehörden von einem deutlichen Anstieg der Beschwerden, der auch durch den Einsatz von KI beschleunigt werde. Tino Melzer, Thüringer Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, erklärte, im Beschwerdebereich gehe es „nur in eine Richtung“. Auch Maria Christina Rost, Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt, sprach von Steigerungen der Beschwerdezahlen um bis zu 90 Prozent.
BvD-Verbandstage 2027 finden im kommenden Jahr am 11. und 12. Mai 2027.
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