BvD-Verbandstage 2026
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Parallelvorträge
KI und Datenschutz: Prüfbare Verantwortung mit der ISO 42001
– Hendrik Schlademann, Geschäftsführer Idest GmbH
– Christian Specker, Geschäftsführer Idest GmbH
Raum R4+5
Die KI-Verordnung fordert Transparenz, Risikomanagement und Dokumentation. Die DSGVO verlangt Accountability.
Doch wie lässt sich verantwortungsvoller KI-Einsatz konkret nachweisen – nicht als Absichtserklärung, sondern prüfbar und systematisch?
Der Vortrag zeigt, wie die ISO/IEC 42001 als internationaler Standard für KI-Managementsysteme diese Lücke schließen kann. Er ordnet den Standard in die bestehende Regulierungslandschaft ein, beleuchtet die praktische Relevanz der Controls für Datenschutz und Informationssicherheit und geht der Frage nach, was DSB und ISB gemeinsam aus dem Standard machen können. Ergänzt wird der fachliche Rahmen durch Erfahrungen aus einer laufenden Zertifizierung.
EU-Daten(schutz)recht: Vorschläge zu Deregulierung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit – VORTRAG ENTFÄLLT
Prof. Dr. Boris Paal, Chair for Law and Regulation of the Digital Transformation, School of Social Sciences and Technology, Department of Governance Technische Universität München (TUM)
Die EU reformiert ihr digitales Regelwerk – mit weitreichenden Folgen für Unternehmen, KI und Daten. Prof. Dr. Boris P. Paal (TUM) wirft einen kritischen Blick auf die Balance zwischen Innovation und Grundrechtsschutz im europäischen Datenrecht.
Der DSB als Datenschutzauditor – ein Überblick
– Dipl.-Ök. Stephan Rehfeld, Vorstand des BvD e.V.
– Patrick Grihn, Geschäftsführender Gesellchafter der nextindex GmbH & Co und Mitglied im Ausschuss Prüfaufgaben des DSB im BvD e.V.
Raum R6
Der Vortrag „Der DSB als Datenschutzauditor – ein Überblick“ gibt eine kompakte Einführung in Grundlagen, Rolle und rechtliche Einordnung des Datenschutzaudits. Darauf aufbauend wird gezeigt, wie moderne, KI-gestützte Auditplanung helfen kann, Anforderungen und konkrete Sachverhalte gezielter zu analysieren, Lücken frühzeitig zu erkennen und passgenaue Prüffragen zu entwickeln. Der Beitrag richtet sich an Einsteiger ebenso wie an erfahrene Datenschutzpraktikerinnen und -praktiker und verbindet klassische Auditstrukturen mit einem praxisnahen Blick auf zeitgemäße Umsetzung.
EFDPO conference discussion panel: Is digital sovereignty the same as avoiding US software?
– Tobias Fonsmark, CEO and founder, Semaphor, Denmark
– Marit Hansen, Data Protection Commissioner of the state of Schleswig-Holstein
Raum / Room R1
For some time now, the call for digital sovereignty has been impossible to ignore. This is primarily due to the (geo)political developments driven by the US president. In Europe, there is a growing awareness of how dependent many organizations have become on US products and services. This presentation addresses the question of whether digital sovereignty is synonymous with abandoning US software – and if not, what other factors play a role.
Kaffeepause
Stand der Technik 2026 – definieren, bewerten, prüfen
Patrick Grihn, Geschäftsführer nextindex GmbH & Co. KG, Vorstand networker NRW, Mitglied im Ausschuss für Prüfaufgaben des Datenschutzbeauftragten im BvD e.V.
Raum R4+5
Der Stand der Technik ist häufiger Gegenstand aufsichtsrechtlicher und gerichtlicher Maßnahmen und Ausführungen. Neben der Handreichung des TeleTrusT gibt es einige andere Implikationen zum „Stand der Technik“. Die interne Definierung und Prüfung des Stand der Technik ist elementare Aufgabe der/des DSB und ergibt sich aus unterschiedlichen Artikeln. Der Vortrag gibt ein Überblick über die Definition des „Stand der Technik“, eine Bewertungs- und Dokumentationsmöglichkeit („Angemessenheit“) und lässt Platz für die Diskussion und Austausch zur Praxis.
Cybersicher: Datenschutz im Kontext der Cybersicherheit(sregulierungen)
Dr. Judith Nink, Fachbereichsleiterin W 2 – Cybersicherheit bei Unternehmen, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
– referiert in Vertretung durch Charlotte Berg
Raum R6
Im Rahmen der europäischen Cybersicherheitsstrategie hat der europäische Gesetzgeber in den letzten Jahren zahlreiche Gesetze mit Fokus auf die in der Vergangenheit regulatorisch vernachlässigte Cybersicherheit erlassen. Als Schnittmenge der Informationssicherheit steht der Schutz personenbezogener Daten im engen Kontext mit Cybersicherheit. Der Vortrag beschäftigt sich mit Kontext und Zusammenhängen zwischen Cybersicherheit und Datenschutz und zeigt Synergien für die praktische Umsetzung auf.
Compliance und Fragen zur Digitalen Souveränität bei Microsoft 365 Copilot
Dr. Olaf Koglin, Rechtsanwalt, Geschäftsführer LegalCheck 365 GmbH
Raum R2
Es werden die größten Datenschutzverletzungen von M365 aufgezeigt und in den Kontext von Digitaler Souveränität gestellt. Kann M365 verwendet werden, was bedeutet Compliance und wo kann es zu Haftungsfällen von RechtsanwältInnen und internen/externen Datenschutzbeauftragten kommen – oder gar zu Anstiftung oder Beihilfe zu Straftaten und Ordnungswidrigkeiten? Zudem wird auf die Haftung von Geschäftsführern und Datenschutzbeauftragten und die Business Judgement Rule eingegangen.
Konkret zu Microsoft Copilot wird beantwortet: Was sind die Besonderheiten bei Copilot als RAG-System, was sind die aktuellen Produktvarianten und wie sind die Basics zu den Einstellungen, u.a zu Webgrounding, Flex Routing und der Einbindung von Claude?
Von Schatten-KI zur kontrollierten KI-Governance
Florian Spengler, Co-Founder und Head of Business Development/Partnerships bei NENNA.AI
Raum R7
Mitarbeitende nutzen längst KI – oft ohne dass Datenschutzbeauftragte es wissen oder steuern können. Dieser Vortrag zeigt, wie Unternehmen Schatten-KI transparent machen und datenschutzkonform regulieren: Sichtbarkeit über tatsächliche KI-Nutzung schaffen, sensible Daten automatisch schützen bevor sie in ChatGPT & Co. landen, und nachvollziehbare Audit-Trails für Compliance aufbauen. Mit praktischen Lösungsansätzen für zentrale Herausforderungen: Wie behalte ich als DSB die Kontrolle? Wie erfülle ich DSGVO und AI Act ohne KI-Verbote? Und wie integriere ich datenschutzkonforme KI-Nutzung in bestehende Unternehmensprozesse?
EFDPO conference discussion panel: What can the public sector gain from a strategy that involves open source software? Lessons from Denmark
– Michael Ørnø, Director of the Danish Agency for Governmental IT Services (Statens It)
Raum / Room R1
Kaffeepause
KI-Training und KI-Einsatz in der Wirtschaft – was bewegt aktuell die Berliner Datenschutzaufsicht?
– Falk Laue, BlnBDI, Referat Wirtschaft, KI in der Wirtschaft
– Sven Hilpisch, BlnBDI, Referat Digitalwirtschaft, KI-Entwicklung
Raum R2
Als Mitarbeitende der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit sind wir damit beauftragt, u.a. Unternehmen bei der Umsetzung der Datenschutzvorschriften zu beraten und deren Einhaltung zu kontrollieren. Beim Einsatz von KI erfahren wir, dass die Privatwirtschaft vorprescht und dabei den Datenschutz nicht immer mitdenkt. In unserem Vortrag stellen wir die Erfahrungen unserer Prüffälle in Bezug auf KI vor, sagen Ihnen, mit welchen Prüffragen zu rechnen ist und sensibilisieren für die datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen der Tools der künstlichen Intelligenz.
„Live-Podcast“: Jens Eckhardt im Gespräch mit Michael Will.
Männer, die auf Omnibusse starren
– Michael Will, Präsident des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht
– Dr. Jens Eckhardt, Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht, pitc legal bei Eckhardt Rechtsanwälte Partnerschaft mbB
im lockeren Gespräch über die Omnibusse und ihre Auswirkungen auf den Datenschutz.
Raum: Plenum
Wilder Westen Cybercrime
Olaf Borries, Kriminalhauptkommissar, Landeskriminalamt Berlin, Zentrale Ansprechstelle Cybercrime für die Wirtschaft (ZAC)
Raum R4+5
Im Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland verweist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik daraufhin, dass diese „weiterhin auf angespanntem Niveau [bleibt]. Insbesondere unzureichend geschützte Angriffsflächen machen Deutschland im digitalen Raum verwundbar.“ Dies können wir aus unserer täglichen Praxis bei der ZAC – Zentralen Ansprechstelle Cybercrime im LKA Berlin nur bestätigen. In dem Vortrag soll die aktuelle Lage dargestellt, Hintergründe sowohl auf technischer als auch auf Täterseite beleuchtet und Wege aus der Misere aufgezeigt werden.
(Link zum Zitat: https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Lageberichte/Lagebericht2025_Achtseiter.html?nn=129410#download=1)
EFDPO Conference: Update on Health data Protection
– Pierre-Yves Lastic, Secretary General of the EFDPO
– Victoria Derumier, Associate Entity Director & Data Protection Officer
Raum / Room R1
Mittagessen
KI, Privatsphäre und Cybersicherheit – Von DeepFakes bis Hybrider Krieg
Anke Domscheit-Berg, Publizistin, Digitalberaterin und ehem. MdB für Digitalpolitik
Raum: Plenum
Der wachsende Einsatz von KI in allen gesellschaftlichen Bereichen bringt ganz neue Risiken für den Schutz der Privatsphäre von Menschen, aber auch für die IT-Sicherheit mit sich, u.a. weil er auf immer größeren Datenmengen basiert, die auf immer mehr Wegen eingesammelt werden, denen man sich selbst kaum noch entziehen kann. Selbst ohne eigenes Zutun können z.B. biometrische Daten wie Stimme und Gesicht, erlangt und immer einfacher von Dritten für böswillige Zwecke genutzt werden. Werden daraus Deepfakes mit geklonten Stimmen oder ausgetauschte Gesichter auf Bildern oder Videos mit KI generiert, lassen sie sich oft kaum noch von der Realität unterscheiden. Kriminelle Akteure nutzen derartige Deepfakes u.a. für Erpressungen im privaten und im wirtschaftlichen Kontext, Deepfake Pornos oder Meinungsmanipulationen.
Betroffene stammen aus allen demographischen Gruppen, von Schülerinnen über Politiker:innen bis zum CEO. Das ist längst eine Frage der inneren Sicherheit geworden. Zusätzlich steht wir bei der Cybersicherheit vor der Herausforderung, dass mit KI viele neue Angriffsvektoren eingesetzt und bestehende besser gefunden und ausgenutzt werden können. Crime as a Service ist dabei ein wachsender Markt, der unter Einsatz von KI Angriffsskalierung mit Personalisierung verbindet und von kriminellen Akteuren, die sich bereichern wollen, genauso genutzt wird, wie von fremdstaatlichen Akteuren, denen es weniger um Geld, sondern um hybride Kriegsführung geht. Als Gesellschaft sind wir weit entfernt davon, auf die vielfältigen Szenarien angemessen vorbereitet zu sein, bei täglich steigenden Risiken. Das müssen wir ändern und dafür braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung, viel Aufklärung, Bildung, Prävention, aber auch bessere Regulierung und Verteidigungsmöglichkeiten in der Fläche – vom Individuum bis zum KRITIS Unternehmen.
Diskussionspanel: Digitale Souveränität in Deutschland
– Anke Domscheit-Berg, Publizistin, Digitalberaterin und ehem. MdB für Digitalpolitik
– Markus Beckedahl, Geschäftsführer Zentrum für Digitalrechte und Demokratie
– Marit Hansen, Die Landesbeauftragte für Datenschutz Schleswig-Holstein und Diplom-Informatikerin
– Hans-Herrmann Schild, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Wiesbaden i.R.
– Maria Christina Rost, Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt
Raum: Plenum
EFDPO Conference: Generative AI and Privacy – Understanding Data Flows and Data Processing in GenAI Systems
Monisha Varadan
Raum / Room R1
Kaffeepause
Abschlussplenum
Diskussionspanel: „Best of“ aus der Sicht der Aufsichtsbehörden
Danksagung und Verabschiedung
Änderungen von Zeiten und Vorträgen sind vorbehalten.