Claudia Seilert

Endspurt zur Datenschutz-Zeitenwende

BvD-Verbandstage beraten über letzte Schritte bei Datenschutz und Datensicherheit

Countdown zum 25. Mai: Einen Monat vor dem Start der europaweiten Datenschutz- Grundverordnung (DS-GVO) haben rund 200 Datenschutzbeauftragte mit Vertretern aus Politik, Aufsichtsbehörden, Wirtschaft und Recht über letzte Vorbereitung beraten. „Derzeit sind viele Unternehmen panisch, weil sie nach dem 25. Mai Geldstrafen durch die Aufsichtsbehörden wegen noch nicht beendeter Vorbereitungen befürchten“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Berufsverbands der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V., Thomas Spaeing, zum Abschluss der BvD-Verbandstage 2018 in Berlin. Es gebe aber für Firmen keinen Grund zur Panik. „Auch Aufsichtsbehörden, Ministerien und Verwaltungen müssen ihre Systeme über den 25. Mai hinaus weiter anpassen.“

Auf den Verbandstagen diskutierten interne und externe Datenschutzbeauftragte über Einzelfragen zur DS-GVO wie Meldepflichten bei Datenschutz-Problemen, Einwilligungserklärungen von Verbrauchern, automatisierte Beschwerde-Systeme und das Handling der Informationsauskunftspflicht. Weitere Themen waren die Sicherheit von personenbe- zogenen Daten sowie der Mitarbeiterdatenschutz und die noch ausstehende Reform der ePrivacy-Verordnung

„Es gibt noch viele Baustellen“, sagte Spaeing, „nicht nur bei Unternehmen“. Zudem seien noch eine Reihe von gerichtlichen Klärungen zu erwarten. „Die DS-GVO wird uns noch weit über den 25. Mai hinaus beschäftigen.“ Er empfahl, bei Unsicherheiten Datenschutz- Experten aus der Region zu kontaktieren. Sie könnten Firmen dabei unterstützen, mit den rechtlichen Anforderungen klarzukommen. Eine Übersicht regionaler Ansprechpartner stellt die BvD-Geschäftsstelle auf Anfrage zur Verfügung.

Am Abend zuvor hatte der BvD auf einer feierlichen Gala erstmals den Datenschutz Medienpreis (DAME) verliehen. Gewonnen hatte das Video „Social Engineering“. Die Autorinnen Monica Oliveira, Natalia Rasstrigina und Leslie Iseli erhielten den mit 3.000 Euro dotierten Preis für ihren Clip ohne Worte, „weil er die Betrachter emotional berührt, nach- denklich macht und zugleich eine Lösung für ein mögliches Ausspähen von Internet- und Bewegungsdaten anbietet“, wie Spaeing sagte.

Insgesamt hatten sich 25 Produktionen um den Preis beworben, drei von ihnen waren für die Schlussrunde nominiert, neben „Social Engineering“ waren das „Datenschutz fast wie Sex“ von Tom Schildhauer und die fünfteilige Animations-Serie „Sicher surfen einfach erklärt“ von Alexander Lehmann.

Den mit 500 Euro dotierten „Sonderpreis Jugend“ erhielt der 18-jährige Kevin Lehmann aus Oldenburg, der für den DAME-Wettbewerb eigens den Rap „Daten unter Artenschutz“ zu einem Video komponiert und am Abend vor begeistertem Publikum performt hatte. Den Sonderpreis stiftete die EU-Initiative „klick safe“. Kevin ist Scout des Vereins Juuuport, der von Cyber-Mobbing betroffene Jugendliche berät.

Der Datenschutz Medienpreis (DAME) wird künftig jährlich verliehen. Die Bewerbungsunterlagen können heruntergeladen werden.