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Datenschutz erklären – über die Notwendigkeit, Datenschutz leicht verständlich zu vermitteln

- Interview mit Thomas Spaeing, BvD-Vorstand -

 

BvD-News: Herr Spaeing, Datenschutz ist ein komplexes Thema, betrifft aber alle Menschen in der Gesellschaft. Wie kann der BvD dazu beitragen, dass sich Laien mit dem Thema stärker auseinandersetzen, um beispielsweise die Bedeutung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) für ihren Alltag verstehen können?

 

Thomas Spaeing: Das können wir nur schaffen, in dem wir Datenschutz herunterbrechen auf konkrete Beispiele aus der Lebenspraxis der Menschen. Die neuen Regelungen betreffen ja nicht nur Datenschutzexperten in Unternehmen und Behörden, sondern auch Personal- oder Abteilungsleiter, Geschäftsführungen, Betriebsräte, Senioren, Hausfrauen, Lehrkräfte und natürlich auch junge Leute, also Kinder und Jugendliche.

 

BvD-News: Mit der Initiative „Datenschutz geht zur Schule“ hat der BvD ja in den vergangenen Jahren an ganz unterschiedlichen Schulen viel Erfahrung gesammelt. Was interessiert die Jugendlichen an dem Thema?

 

Thomas Spaeing: Unsere Dozenten stellen sich in ihren Unterrichtseinheiten auf die Fragen der Jugendlichen ein und zeigen ihnen zum Beispiel, was passieren kann, wenn sie von sich unbedacht Daten ins Netz stellen, also zum Beispiel Fotos von einer Party auf Facebook posten. Es passiert immer wieder, dass sich die jungen Leute später bewerben und dann finden Personalabteilungen ein Foto, auf dem der Bewerber betrunken abgebildet ist. Das minimiert natürlich die Job-Chancen. So kann ein unbedachter Moment weitreichende Folgen haben. An Hand solcher Beispiele erkennen die Jugendlichen, welche Konsequenzen es haben kann, private Erlebnisse und Informationen öffentlich zu machen.

 

BvD-News: Gerade Kinder und Jugendliche nutzten ganz selbstverständlich die vielfältigen Angebote des Internets, die sozialen Medien, YouTube und WhatsApp sind ihre Realität. Kann der BvD Jugendliche außerhalb der Schule da überhaupt noch erreichen?

 

Thomas Spaeing: In den neuen Medien liegt hier auch eine Chance. Nehmen wir das Beispiel YouTube.

 

Dort gibt es mittlerweile eine Reihe von richtig guten Filmen und Videos von Netzaktivisten oder auch Künstlern, die sich mit Datenschutz auseinandersetzen. Wir können also genau dort ansetzen und junge Menschen auf diesen Kanälen mit dem Thema erreichen. Das muss natürlich auch in ihrer Sprache stattfinden – und ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger. Solche Beiträge finde ich sehr beeindruckend.

 

BvD-News: Bewegtbilder nehmen in der Kommunikation immer mehr zu. Wird der BvD selbst dort stärker aktiv sein?

 

Thomas Spaeing: Ja, aber wir wollen selbst nicht in die Filmproduktion einsteigen, sondern andere unterstützen, die einen Film oder einen Clip zum Thema Datenschutz entwickeln.

 

BvD-News: Wie wird diese Unterstützung konkret aussehen?

 

Thomas Spaeing: Wir bereiten derzeit einen Preis vor, einen Medienpreis, der die besten Filme zum Thema Datenschutz prämieren wird. Das können Kinofilme sein, wie „Democracy - Im Rausch der Daten“ von David Bernet über die Arbeit des Grünen-Datenschutzexperten Jan Philipp Albrecht in Brüssel, der im vergangenen Jahr viel Aufmerksamkeit auf das Thema Datenschutz gezo- gen hat. Das können aber auch – und damit erreicht man deutlich mehr Menschen – Berichte und Dokumentationen fürs Fernsehen sein, oder kleine Clips, die Jugendgruppen selbst drehen und in denen sie sich pointiert mit dem Thema auseinandersetzen. Die Idee zählt dabei, nicht das Budget.

 

BvD-News: Wann werden wir mehr erfahren über den neuen Medienpreis zum Thema Datenschutz?

 

Thomas Spaeing: Auf dem BvD-Verbandstag am 4. Mai werden wir die Details bekannt geben. Wir haben auch schon renommierte Persönlichkeiten für die Jury gewonnen, aber das bleibt bis Mai geheim. Dann fällt auch der Startschuss für die Bewerbungsphase, so dass Interessierte Zeit haben, vielleicht auch speziell für den Preis einen Beitrag zu produzieren. Die Sieger werden wir dann auf dem Verbandstag 2018 feierlich küren.

 

Dieses Interview wurde in der aktuellen BvD-News 1/2017 veröffentlicht.

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